Montag, 30. Juli 2007, 14:42
Hallo Wolfi,
danke der Nachfrage. Bei mir (d.h. in Crowthorne war es zum Glueck nicht so schlimm.
Am Freitag (20.07.) hat es ueber dem groessten Teil von Suedengland ueber etliche Stunden heftig geregnet. Dank des wochenlangen Dauerregens vorher war der Boden mehr als gesaettigt, die Fluesse schon recht voll (aber noch nicht bedenklich). Die Kanalisation (ich denke mal, das gilt fuer ganz England) ist hier nicht auf heftige Regenfaelle ausgelegt - also konnte das Regenwasser nicht ablaufen. Im Gegenteil, manche Gullideckel sassen statt auf der Strasse auf kleinen Wasserfontainen... Bei mir stand es morgens bevor ich zur Arbeit bin ca. 4 cm auf der Terasse/Patio, aber am vormittag hat der Regen bei uns aufgehoert.
Allein durch diesen Regen ist schon in etliche Haeuser Wasser gelaufen. Ausserdem Chaos auf den Strassen, selbst Autobahnen mussten teilweise gesperrt werden (einige Autofahrer waren davon Freitag abend betroffen und kamen erst am Samstag vormittag weiter), etliche Bahnlinien standen unter Wasser, die Pendler sassen fest...
Vom Regen besonders heftig betroffen waren die westlichen Gebiete wie Gloucestershire. Dort kam es nicht nur zu Ueberschwemmungen wegen des Regens, sondern die Fluesse Severn und Avon haben so viel Wasser zugefuehrt bekommen, dass sie bereits ab Samstag das ganze Umland ueberschwemmt haben. Besonders schlimm war die Ueberschwemmung einer Trinkwasseraufbereitungsanlage in Tewkesbury, die 100.000e von Menschen um Tewkesbury und Gloucester versorgt. Ca. 100.000 haben immer noch kein Trinkwasser! Von den armen Bauern will ich gar nicht reden. Nur so viel: vor ein paar Tagen gab es einen Bericht bei BBC, dass Bauern fuer ihr Vieh kein extra Trinkwasser bekommen...
Offensichtlich waren die Behoerden und Hilfsdienste auf so eine Katastrophe nicht eingerichtet. Es gab erst Sandsaecke nachdem das Wasser laengst da war, die Verteilung von Trinkwasser ueber halbvolle Tanks war ein Witz (es blieb den Leuten selbst ueberlassen, wie viel Wasser sie zapfen. Viele Leute mussten zig Behaelter abklappern bevor sie etwas ergattern konnten...).
Steve und Mo (das nette englische Paar, das zum Westerwald Powwow gekommen war) wohnen in einem Dorf kurz vor Gloucester. Sie hatten Glueck: 1 cm mehr Wasser und es waere in ihr Haus gelaufen. Sie hatten einen Tag keinen Strom und eine zeit lang auch kein Wasser. Schlimm war auch dass sie letzten Mittwoch immer noch von der Aussenwelt abgeschnitten waren, in einem Dorf ohne Lebensmittelladen... Wer da keine Vorraete in der (dank Stromausfall abgetauten) Tiefkuehltruhe hatte ...
Was mich an ihrem Bericht am meisten erschreckte war die Tatsache, dass niemand nach den zahlreichen Rentnern im Ort geschaut hat - keine Behoerden, keine Hilfsdienste,... Wenn man sich nicht von selbst gemeldet hat, dass man Hilfe benoetigt, dann gab es scheinbar auch keine.
Ab Montag gab es dann Flutwarnung fuer die Staedte entlang der Themse, aber das verlief relativ glimpflich - klar wurden auch hier Strassen ueberflutet und Wasser ist in Haeuser gelaufen, aber nicht in dem Ausmass wie in Gloucester. Ich glaube der Bereich zwischen Oxford und Reading war am schlimmsten betroffen. Aber wieder das gleiche: kaum Sandsaecke und recht ungenaue Meldungen wann die Flut nun wo den hoechsten Stand erreichen wird.
Die Bisonfarm liegt meines wissens an keinem der betroffenen Fluesse, aber ich habe dort noch nicht nachgefragt. Bis September hat sich das Wasser hoffentlich verzogen! Momentan sieht es ja so aus, als wuerde der Sommer endlich anfangen (3 Tage weitgehend trocken und Temperaturen bis 22 Grad sind vorausgesagt
). Wenn das im August anhaelt sehe ich keine Probleme fuers Bisonfarm Powwow.
Jetzt im August steht ja noch Eagle Heights bevor. Auch ein Outdoor Powwow... Mal schauen!
Ich werde auch noch einmal bei den anderen Powwow-Leuten nachfragen, ob es Flutopfer gibt - bislang habe ich von einer Familie in Yorkshire gehoert.
Ich werde mich informieren und Euch auf dem Laufenden halten.
Viele Gruesse,
Stephanie